Karlsruhe/Isernhagen, 23. Juni 2008 – „Die moderne
Medizin und Heilkunde ist eine praktische Disziplin, bei
der die Komplementärmedizin einen wichtigen Teil
repräsentiert – mit allen Eigenheiten, Stärken und
Schwächen. Das spiegelt sich jedoch nicht in der
Forschungsförderung wider; nur 0,1 bis 1 Promille der
Mittel, die der Schulmedizin zufließen, werden für
Studien zur Komplementärmedizin bereit gestellt“,
lautete das Fazit von Prof. Dr. med. Reinhard Saller,
Direktor des Instituts für Naturheilkunde am der
Universitätsspital Zürich (CH), zum Auftakt des
diesjährigen Heilpraktikerkongresses. Unter dem Motto
„Traditionsreich in die Zukunft“ hatten die
Veranstalter, Die Deutschen Heilpraktikerverbände (DDH),
zum achtzehnten Mal ins Karlsruher Messe- und
Kongresszentrum (KMK) eingeladen. Gut 3.200 Teilnehmer -
Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, Naturheilkundler und
Berufsanwärter aus ganz Deutschland – fanden in diesem
Jahr den Weg in die badische Metropole.
„Nach den patientenspezifischen, ihren Bedürfnissen
ausgerichteten Gesichtspunkten stellen Naturheilkunde und
Komplementärmedizin einen sinnvollen und notwendigen Teil
der modernen Medizin dar“, unterstrich Saller in seinem
Eröffnungsvortrag. Seiner Ansicht nach sei die
Naturheilkunde wegen ihrer Vielfalt gegenüber der
biochemischen Medizin in der allgemeinen Krankenversorgung
eingebettet. „Naturheilkunde und Komplementärmedizin
sind ein weites Feld und bieten mit ihrer Vielfalt von
Therapeuten und Behandlungsmethoden sowie der Sichtweisen
von Gesundheit, Krankheit und Genesung eine Erweiterung
und Ergänzung der modernen Medizin“. Der
evidenzbasierten Medizin (EBM) sprach Saller ihren derzeit
eingeräumten Stellenwert ab, da sie nur die Methoden
betrachte. Seiner Meinung nach müssten die Bedürfnisse
und Erwartungen der Patienten mit in die
Untersuchungsmethodik mit aufgenommen werden.
Komplementäre Medizin sei in ihrer grundlegenden
Eigenschaft bedürfnisgerecht – d. h. sinnvoll oder
nicht sinnvoll und das nicht nur aus Sicht des Therapeuten
oder der Krankenversicherung sondern in hohem Maße auch
aus der Sicht des einzelnen Patienten.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Fachveranstaltung stand
ein umfangreiches und fachlich hervorragend besetztes
Vortrags- und Seminarprogramm. Insgesamt rund fünfzig
Referenten hielten Vorträge oder machten praktische
Übungen zu einer weitgefassten Themenpalette von
Allergien, über das Immunsystem bis hin zur
Schmerzbehandlung. Auch die gesunde Ernährung als
präventive Gesundheitsmaßnahme wurde während des
Kongresses als gezielte Maßnahme der Naturheilkunde
behandelt.
Naturheilkunde ist notwendige Erweiterung und Ergänzung moderner Medizin
18. Heilpraktikerkongress in Karlsruhe
01.07.2008
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Reiner Merz
60388 Frankfurt
Tel: 06109 5035831
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