Nachhaltiges Arthrose-Management

Experten setzen auf Hyaluronsäure und Selbstmotivation

19.04.2010

Sie leiden unter Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen – und scheuen dennoch häufig den Gang zum Arzt. Professor Dr. Thomas Horstmann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmediziner und Chefarzt am Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus, berichtet: „Die meisten Arthrose-Patienten kommen erst, wenn ihre Beschwerden bereits seit einem halben Jahr oder noch länger bestehen.“ „Viele warten deshalb so lange, weil sie Angst vor einer Operation haben“, vermutet Dr. Knud Leonhardt, niedergelassener Orthopäde und Olympiaarzt der deutschen Leichtathletikmannschaft aus Schwarzenberg. Diplompsychologin Dr. Maja Storch kennt weitere Gründe: „Einschränkungen des Bewegungsapparats werden als nicht so wichtig eingestuft.“ Die Projektleiterin von ZRM research an der Universität Zürich weiter: „Außerdem nehmen viele Menschen altersbedingte Gebrechen als gottgegeben hin. Dazu kommt, dass die Bevölkerung nicht ausreichend darüber informiert ist, dass man bei frühzeitiger Behandlung den Verlauf einer Arthrose günstig beeinflussen kann.“

Arthrose-Management mit Spritze, Sport und Motivation

Auch Joachim Merk, Sportwissenschaftler und Physiotherapeut aus Tübingen, bemängelt das vorherrschende Informationsdefizit: „Wenn keine Beratung erfolgt, liegt für viele die Lösung in der Schonung. Ein Teufelskreis, denn dann geht der Krankheitsverlauf immer schneller voran.“ Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Unfallklinik Tübingen und Dozent für sportwissenschaftliche Fächer der dortigen Schule für Physiotherapie betont: „Die Muskulatur muss kräftig bleiben, sonst wird die Stabilität des Gelenks immer schlechter und der Verschleiß weiter beschleunigt.“ Auch für Professor Horstmann ist die Physiotherapie wesentlicher Behandlungs-Baustein des modernen Arthrose-Managements: „Im Akutstadium geht es zunächst um Schmerzsenkung mit z.B. Diclofenac oder Ibuprofen. Allerdings gehen Schmerztabletten auf den Magen, sind also keine Dauerlösung. Sind die Schmerzen gestillt, muss eine physiotherapeutische und physikalische Behandlung erfolgen. Je nach Arthrosezustand gehören auch chondroprotektive Maßnahmen zur Arthrose-Therapie. Dabei injiziert der Arzt Synvisc® oder andere Hyaluronsäure-Präparate direkt ins Gelenk, um den verbliebenen Knorpel zu schützen. Wenn das Knie wieder reizfrei ist, startet die gezielte Bewegungstherapie mit Krafttraining unter Anleitung eines Gesundheitsexperten. Und dann muss die Verhaltenstherapie anfangen – und das ist der Knackpunkt.“

Hyaluronsäure ersetzt im Gelenk gezielt, was fehlt

Aber in welchem Arthrose-Stadium macht es Sinn, die fehlende Gelenkschmiere per Injektion zu ersetzen? Dr. Leonhardt empfiehlt: „Ganz klar: je früher, desto besser. Je weniger der Knorpel geschädigt ist, umso besser kann z.B. Synvisc® dort wirken und umso besser sind die Erfolge.“ Dr. Axel Schulz, niedergelassener Orthopäde und Unfallchirurg, erläutert: „Speziell vernetzte Hyaluronsäuren wie Synvisc® oder Synvisc-One® imitieren die Eigenschaften der Gelenkflüssigkeit junger gesunder Erwachsener bestmöglich. Studien beschreiben die Wirkung für 12 Monate, es gibt aber in der Praxis Patienten, die wesentlich länger profitieren.“ Hat ein Patient gute Erfahrungen mit dieser Behandlung gemacht, spricht nichts dagegen, sie zu wiederholen. Dr. Leonhardt berichtet: „In meine Praxis kommen regelmäßig Patienten und sagen: Ich glaube, ich bin wieder dran, es beginnt wieder ein bisschen zu ziehen und zu schmerzen. Wir hatten doch vor einem Jahr diese Spritze, die will ich wieder.“

Studien sprechen für Synvisc®

Professor Horstmann verweist auf die gute Studienlage zu dieser Therapie-Option: „Mit den Hyaluronsäuren ist jetzt seit zehn Jahren eine Präparategruppe auf dem Markt, deren Wirkung durch Studien belegt wurde und zu der auch handfeste Daten vorliegen, die – zusätzlich zu den Erfahrungen, die wir Orthopäden oder Ärzte in der Praxis machen – belegen, dass nachhaltig ein Effekt vorhanden ist.“ Allerdings bestehen zwischen den auf dem Markt befindlichen Präparaten erhebliche Unterschiede. Dr. Leonhardt erläutert, welche: „Erstens die Anzahl der nötigen Injektionen: Da gibt es die Möglichkeit der dreimaligen Injektion, z.B. mit Synvisc® – das ist der Klassiker. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Präparaten, die fünf Mal injiziert werden müssen – doch mit jeder Injektion ins Gelenk steigt das Risiko einer Infektion. Mittlerweile gibt es Substanzen, die nur einmal injiziert werden müssen und dann für ein Jahr und länger wirken, z.B. Synvisc-One®.“

Maßgeschneidert: Motivationsprogramm bei Arthrose

Doch wenn es darum geht, Arthrose-Patienten nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft zu mehr Mobilität und Lebensqualität zu verhelfen, ist auch die Umstellung allgemeiner Lebensgewohnheiten wie Bewegung und Ernährung erforderlich. Grundvoraussetzungen dafür sind hohe Motivation und aktive Mitarbeit. „Wir haben an der Universität Zürich das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) entwickelt. Das ist Motivationspsychologie des 3. Jahrtausends“, berichtet Dr. Storch. Auf Basis dieses Modells hat die Inhaberin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation Zürich (ISMZ) nun auch ein spezielles Motivationsprogramm für Arthrose-Patienten entwickelt, wie sich mit konkreten Anleitungen der innere Schweinehund tatsächlich erfolgreich und nachhaltig überwinden lässt, um den Grundstein für ein erfolgreiches Arthrose-Management zu legen. Storch veranschaulicht, warum es so schwerfällt, gute Vorsätze tatsächlich auch in die Tat umzusetzen: „Wenn man beim Völkerball in der Schule immer als Letzter gewählt wurde, dann wird das gespeichert. Später werden entsprechende Schlüsselworte binnen Millisekunden bewertet – und zwar negativ. Und auch wenn ich vom Verstand her sehr genau weiß, dass mir Sport guttut, werde ich diese Handlung nicht umsetzen – dazu muss ich an der Einstellung arbeiten.“ Aber wie gelingt nach erfolgreicher Einstellungsänderung die nachhaltige Umstellung im Alltag? Dr. Storch führt aus: „Damit ich nicht automatisch wieder in alte Bewegungs- oder Ernährungsgewohnheiten zurückfalle, mache ich mir einen Wenn-Dann-Plan, z.B.: Wenn der Wecker klingelt, steige ich in meine Turnschuhe.“ Studien nach Hüftgelenksoperationen zeigen, dass sich die Durchführung von Mobilisationsübungen um zwei Drittel steigern lässt, wenn die Übungen mit Wenn-Dann-Plänen angegangen werden.

Über Genzyme
Genzyme mit Hauptsitz in Cambridge/ Massachusetts (USA) gehört zu den weltweit führenden Biotechnologie-Unternehmen. Seit der Gründung 1981 hat sich Genzyme von einem kleinen Start-up zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Biotechnologie-Branche mit mehr als 12.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern entwickelt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat Genzyme eine Vielzahl bahnbrechender Therapien für teilweise bislang nicht behandelbare Krankheiten auf den Markt gebracht, um Patienten in annähernd 100 Ländern zu helfen. Das Biotechnologie-Unternehmen fokussiert bei seinen Forschungstätigkeiten den Bereich der seltenen Erkrankungen (Orphan diseases) und setzt dort den Schwerpunkt auf die lysosomalen Speicherkrankheiten. Daneben gehören die Behandlung von nephrologischen und kardiovaskulären Krankheiten, die Transplantationsmedizin und die Bereiche Autoimmunerkrankungen, Onkologie und maligne Schilddrüsenerkrankungen sowie orthopädische Anwendungsbereiche zum Forschungs- und Betätigungsfeld des Unternehmens. Am deutschen Standort in Neu-Isenburg nehmen über 180 Mitarbeiter hauptsächlich Vertriebsaktivitäten wahr und verfolgen eine ethisch verantwortungsvolle und serviceorientierte Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkreisen und Patienten. Weitere Informationen unter www.genzyme.de.


Pressekontakt
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Maren Schulz
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Tags: arthrose, efra, hyaluronsäure, motivationsmanagement, storch, synvisc
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