Sie leiden unter Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen – und scheuen dennoch häufig den Gang zum Arzt. Professor Dr. Thomas Horstmann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmediziner und Chefarzt am Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus, berichtet: „Die meisten Arthrose-Patienten kommen erst, wenn ihre Beschwerden bereits seit einem halben Jahr oder noch länger bestehen.“ „Viele warten deshalb so lange, weil sie Angst vor einer Operation haben“, vermutet Dr. Knud Leonhardt, niedergelassener Orthopäde und Olympiaarzt der deutschen Leichtathletikmannschaft aus Schwarzenberg. Diplompsychologin Dr. Maja Storch kennt weitere Gründe: „Einschränkungen des Bewegungsapparats werden als nicht so wichtig eingestuft.“ Die Projektleiterin von ZRM research an der Universität Zürich weiter: „Außerdem nehmen viele Menschen altersbedingte Gebrechen als gottgegeben hin. Dazu kommt, dass die Bevölkerung nicht ausreichend darüber informiert ist, dass man bei frühzeitiger Behandlung den Verlauf einer Arthrose günstig beeinflussen kann.“
Arthrose-Management mit Spritze, Sport und Motivation
Auch Joachim Merk, Sportwissenschaftler und Physiotherapeut aus Tübingen, bemängelt das vorherrschende Informationsdefizit: „Wenn keine Beratung erfolgt, liegt für viele die Lösung in der Schonung. Ein Teufelskreis, denn dann geht der Krankheitsverlauf immer schneller voran.“ Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Unfallklinik Tübingen und Dozent für sportwissenschaftliche Fächer der dortigen Schule für Physiotherapie betont: „Die Muskulatur muss kräftig bleiben, sonst wird die Stabilität des Gelenks immer schlechter und der Verschleiß weiter beschleunigt.“ Auch für Professor Horstmann ist die Physiotherapie wesentlicher Behandlungs-Baustein des modernen Arthrose-Managements: „Im Akutstadium geht es zunächst um Schmerzsenkung mit z.B. Diclofenac oder Ibuprofen. Allerdings gehen Schmerztabletten auf den Magen, sind also keine Dauerlösung. Sind die Schmerzen gestillt, muss eine physiotherapeutische und physikalische Behandlung erfolgen. Je nach Arthrosezustand gehören auch chondroprotektive Maßnahmen zur Arthrose-Therapie. Dabei injiziert der Arzt Synvisc® oder andere Hyaluronsäure-Präparate direkt ins Gelenk, um den verbliebenen Knorpel zu schützen. Wenn das Knie wieder reizfrei ist, startet die gezielte Bewegungstherapie mit Krafttraining unter Anleitung eines Gesundheitsexperten. Und dann muss die Verhaltenstherapie anfangen – und das ist der Knackpunkt.“
Hyaluronsäure ersetzt im Gelenk gezielt, was fehlt
Aber in welchem Arthrose-Stadium macht es Sinn, die fehlende Gelenkschmiere per Injektion zu ersetzen? Dr. Leonhardt empfiehlt: „Ganz klar: je früher, desto besser. Je weniger der Knorpel geschädigt ist, umso besser kann z.B. Synvisc® dort wirken und umso besser sind die Erfolge.“ Dr. Axel Schulz, niedergelassener Orthopäde und Unfallchirurg, erläutert: „Speziell vernetzte Hyaluronsäuren wie Synvisc® oder Synvisc-One® imitieren die Eigenschaften der Gelenkflüssigkeit junger gesunder Erwachsener bestmöglich. Studien beschreiben die Wirkung für 12 Monate, es gibt aber in der Praxis Patienten, die wesentlich länger profitieren.“ Hat ein Patient gute Erfahrungen mit dieser Behandlung gemacht, spricht nichts dagegen, sie zu wiederholen. Dr. Leonhardt berichtet: „In meine Praxis kommen regelmäßig Patienten und sagen: Ich glaube, ich bin wieder dran, es beginnt wieder ein bisschen zu ziehen und zu schmerzen. Wir hatten doch vor einem Jahr diese Spritze, die will ich wieder.“
Studien sprechen für Synvisc®
Professor Horstmann verweist auf die gute Studienlage zu dieser Therapie-Option: „Mit den Hyaluronsäuren ist jetzt seit zehn Jahren eine Präparategruppe auf dem Markt, deren Wirkung durch Studien belegt wurde und zu der auch handfeste Daten vorliegen, die – zusätzlich zu den Erfahrungen, die wir Orthopäden oder Ärzte in der Praxis machen – belegen, dass nachhaltig ein Effekt vorhanden ist.“ Allerdings bestehen zwischen den auf dem Markt befindlichen Präparaten erhebliche Unterschiede. Dr. Leonhardt erläutert, welche: „Erstens die Anzahl der nötigen Injektionen: Da gibt es die Möglichkeit der dreimaligen Injektion, z.B. mit Synvisc® – das ist der Klassiker. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Präparaten, die fünf Mal injiziert werden müssen – doch mit jeder Injektion ins Gelenk steigt das Risiko einer Infektion. Mittlerweile gibt es Substanzen, die nur einmal injiziert werden müssen und dann für ein Jahr und länger wirken, z.B. Synvisc-One®.“
Maßgeschneidert: Motivationsprogramm bei Arthrose
Doch wenn es darum geht, Arthrose-Patienten nicht nur
kurzfristig, sondern dauerhaft zu mehr Mobilität und
Lebensqualität zu verhelfen, ist auch die Umstellung
allgemeiner Lebensgewohnheiten wie Bewegung und Ernährung
erforderlich. Grundvoraussetzungen dafür sind hohe
Motivation und aktive Mitarbeit. „Wir haben an der
Universität Zürich das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM)
entwickelt. Das ist Motivationspsychologie des 3.
Jahrtausends“, berichtet Dr. Storch. Auf Basis dieses
Modells hat die Inhaberin des Instituts für
Selbstmanagement und Motivation Zürich (ISMZ) nun auch
ein spezielles Motivationsprogramm für Arthrose-Patienten
entwickelt, wie sich mit konkreten Anleitungen der innere
Schweinehund tatsächlich erfolgreich und nachhaltig
überwinden lässt, um den Grundstein für ein
erfolgreiches Arthrose-Management zu legen. Storch
veranschaulicht, warum es so schwerfällt, gute Vorsätze
tatsächlich auch in die Tat umzusetzen: „Wenn man beim
Völkerball in der Schule immer als Letzter gewählt
wurde, dann wird das gespeichert. Später werden
entsprechende Schlüsselworte binnen Millisekunden
bewertet – und zwar negativ. Und auch wenn ich vom
Verstand her sehr genau weiß, dass mir Sport guttut,
werde ich diese Handlung nicht umsetzen – dazu muss ich
an der Einstellung arbeiten.“ Aber wie gelingt nach
erfolgreicher Einstellungsänderung die nachhaltige
Umstellung im Alltag? Dr. Storch führt aus: „Damit ich
nicht automatisch wieder in alte Bewegungs- oder
Ernährungsgewohnheiten zurückfalle, mache ich mir einen
Wenn-Dann-Plan, z.B.: Wenn der Wecker klingelt, steige ich
in meine Turnschuhe.“ Studien nach
Hüftgelenksoperationen zeigen, dass sich die
Durchführung von Mobilisationsübungen um zwei Drittel
steigern lässt, wenn die Übungen mit Wenn-Dann-Plänen
angegangen werden.
Über Genzyme
Genzyme mit Hauptsitz in Cambridge/ Massachusetts (USA)
gehört zu den weltweit führenden
Biotechnologie-Unternehmen. Seit der Gründung 1981 hat
sich Genzyme von einem kleinen Start-up zu einem der
erfolgreichsten Unternehmen der Biotechnologie-Branche mit
mehr als 12.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern
entwickelt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat Genzyme
eine Vielzahl bahnbrechender Therapien für teilweise
bislang nicht behandelbare Krankheiten auf den Markt
gebracht, um Patienten in annähernd 100 Ländern zu
helfen. Das Biotechnologie-Unternehmen fokussiert bei
seinen Forschungstätigkeiten den Bereich der seltenen
Erkrankungen (Orphan diseases) und setzt dort den
Schwerpunkt auf die lysosomalen Speicherkrankheiten.
Daneben gehören die Behandlung von nephrologischen und
kardiovaskulären Krankheiten, die Transplantationsmedizin
und die Bereiche Autoimmunerkrankungen, Onkologie und
maligne Schilddrüsenerkrankungen sowie orthopädische
Anwendungsbereiche zum Forschungs- und Betätigungsfeld
des Unternehmens. Am deutschen Standort in Neu-Isenburg
nehmen über 180 Mitarbeiter hauptsächlich
Vertriebsaktivitäten wahr und verfolgen eine ethisch
verantwortungsvolle und serviceorientierte Zusammenarbeit
mit medizinischen Fachkreisen und Patienten. Weitere
Informationen unter www.genzyme.de.
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