Als Heilpraktikerin/Heilpraktiker für Psychotherapie
darf man im Grunde jedes psychotherapeutische Verfahren
berufsmäßig (als Arbeit) oder gewerbsmäßig (gegen
Geld) ausüben. Weil im Prinzip fast jeder Erwachsene
Heilpraktiker werden kann, hat der Gesetzgeber einige
kleine Hürden eingebaut.
• Vollendung des 25. Lebensjahrs
• mindestens Hauptschule
• keine schwere Straftat
• so gesund und vor allem suchtfrei sein, dass man in
der Lage ist, die Tätigkeit auszuüben
• Zahlung einer Verwaltungsgebühr (derzeit z.B. in
Berlin 350.- € in 2 Raten)
• Nachweisen durch eine Überprüfung, dass man keine
"Gefahr für die Volksgesundheit" darstellt.
Zur Anmeldung bei seinem zuständigen Gesundheitsamt
(örtliche Zuständigkeit), braucht man meist folgende
Unterlagen:
• Lebenslauf
• Meldebescheinigung
• Schulabschlusszeugnis (mind. Hauptschule)
• Letztes Abschlusszeugnis einer Berufsausbildung,
Fachschule, Universität etc.
• Polizeiliches Führungszeugnis (keine schwere
Straftat)
• Ärztliches Attest über Gesundheit und Suchtfreiheit
(vom Hausarzt)
• Nachweis über Zahlung einer Schutzgebühr (wird
später mit den 350.-€ verrechnet).
Jetzt kommt in den meisten Bundesländern zunächst die
schriftliche Prüfung auf den Kandidaten zu. Sie dauert 60
Minuten. In dieser Zeit muss man 28 Multiple-Choice-Fragen
beantworten. Die Themen beziehen sich hauptsächlich auf
die Psychiatrie, aber auch auf das Heilpraktiker-Gesetz,
das Betreuungsrecht oder auf das Strafrecht (verminderte
Schuldfähigkeit). Man muss 21 Fragen richtig haben um die
Prüfung zu bestehen. Danach kommt die mündliche
Prüfung. Hier geht es vor allem darum, ob man in der Lage
ist, Patienten mit schweren psychischen Störungen
sachgerecht „aufzufangen“, weiterzuleiten und Gefahren
entgegenzuwirken. Daher geht es auch um Betreuungsrecht,
Unterbringungs- und Berufsrecht. Es empfiehlt sich für
die Prüfung einen Kurs zu besuchen, ein seriöses Angebot
findet man z.B. hier:
http://www.heilpraktikerpsychotherapie.eu
Ein guter Kurs vermittelt nicht nur Wissen, sondern
schlägt auch einen Pfad durch den Dschungel des Wissens,
so dass Lernen nicht zu einer ausufernden quälenden
Beschäftigung wird. Kurs und Prüfung dienen dazu, den
Unterschied zwischen leichten und schweren psychischen
Erkrankungen zu erkennen.
Hat man die Prüfung bestanden, darf man Menschen mit
–leichten – psychischen Problemen behandeln. Menschen
mit schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie
oder schweren Depressionen muss man weiterhin zum Arzt
schicken.
Beginn der nächsten Heilpraktiker-Psychotherapie-Vorbereitungskurse am 1. und 3. März 2011 in der Tile-Wardenberg-Str.24, 10555 Berlin.


