Ostermünchen / Bayern - Die alternativen Naturheilverfahren, wie Tierosteopatie, Tierphysiotherapie, Tierpsychologie, sowie unterstützende Therapien erfreuen sich aktuell immer größerer Beliebtheit, was nicht zuletzt auf deren Therapieerfolge zurückzuführen ist. Unabdingbare Voraussetzung dafür sind jedoch, fundierte Kenntnisse des Tierheilpraktikers, Tierphysiotherapeuten, Tierhomöopathen, Tierosteopathen, Pferde/Kleintier-Akupunkteurs und Hunde-, Pferde-, Tierverhaltenstherapeuten in Theorie und Praxis.
Gerade hinter dem Begriff Tierphysiotherapie verbirgt sich eine Vielzahl verschiedener Therapiearten, die alle eines gemeinsam haben. Es werden in ihrer Funktion gestörte Körperteile oder Funktionsabläufe ausschließlich durch reizsetzende, manipulierende oder regulierende Anwendungen behandelt. Zu diesen Therapien zählen unter anderem manuelle Therapien (Massagen, Dehnungen, Lymphdrainage, Techniken der Osteopathie); Hydrotherapie (verschiedene Wasseranwendungen); Elektrotherapie (Lasertherapie, Magnetfeldtherapie, Ultraschall, Muskelstimulator, TENS) und Bewegungstherapie (Trainingstherapie, Gymnastik). Der Tierphysiotherapeut kombiniert die physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten häufig mit den energetischen Therapien Akupressur und Akupunktur, um einen schnelleren und stabileren Therapieerfolg zu erzielen.
Die
Ausübung der Tiernaturheilkunde unterliegt keinem
Erlaubnisvorbehalt und kann ohne behördliche Genehmigung
ausgeübt werden. Bestimmte Gesetze geben der Tätigkeit
jedoch einen Rahmen, der zu beachten ist. Daher kann jeder
der sich zum Tiertherapeuten berufen fühlt, oder meint
dazu berufen zu sein, in ein paar Wochenendseminaren die
Grundlagen über diesen Berufszweig erlernen. Nach
Beendigung dieser Seminare werden diese
„Tiertherapeuten“, die oft keine ausreichende
Qualifikation besitzen, auf Tiere, insbesondere Pferde,
die deutlich mehr Geschäft versprechen losgelassen. Mit
zum Teil verheerenden gesundheitlichen Folgen für das
Pferd. Wie uns der Pferdeflüsterer Jörg Hiltwein,
(qualifizierter und staatlich geprüfter Physiotherapeut
und Osteopath im Interview verriet. http://www.joerg-hiltwein.de
Es ist immer wieder erschreckend, wenn ich feststellen
muss das aufgrund falscher Diagnosen und
Behandlungsmethoden der Bewegungsapparat des Tieres mehr
beeinträchtigt ist als vorher, so Hiltwein. Das diese
Tatsache nicht nur zu mehr Schmerzen und eventuellen
Dauerschädigungen führen kann, sondern auch mit teils
erheblichen Mehrkosten für die Nachbehandlungen verbunden
ist liegt hier auf der Hand. Dabei ist diesen
„Crashkurs-Therapeuten keineswegs ein Vorwurf zu machen,
da die nötigen Fertigkeiten und Erfahrungen nur aus einer
fundierten Ausbildung resultieren können. Des weiteren
ist zu erwähnen, dass keineswegs alle die durch Seminare
zum Therapeuten ausgebildet wurden, in einen Topf zu
werfen sind.
Die Stimmen von langjährigen, qualifizierten Therapeuten
werden jedoch zunehmend lauter, das die Ausübung der
therapeutischen Tätigkeit grundsätzlich zu einfach
gemacht werde. Hierfür bedarf es dringend einer
dementsprechenden Gesetzesgrundlage, die eine staatliche
Ausbildung vorrausetzt. Nicht nur um zu gewährleiten, das
Behandlungen von kompetenten Fachtherapeuten durchgeführt
werden, sondern auch um dem Tierbesitzer die Möglichkeit
zu geben sich über dementsprechende Zertifikate von der
Kompetenz und der Qualifikation des jeweiligen Therapeuten
zu überzeugen.
Die tiertherapeutische Arbeit ist eine wichtige Ergänzung zur herkömmlichen Medizin und hat aufgrund der vergangenen Erfolge seine Daseinsberechtigung bewiesen. Überzeugen sie sich also in Zukunft von der fachlichen Kompetenz ihres Therapeuten. Ihr Tier wird es ihnen danken.
ZAROnews – Antony
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